Sprachkonzept

 

Sprachförderkonzept

 

 

AWO Kindergarten Purzelbaum

 

 

Maibaum 1

Inhaltsangabe

 

 

  1. oEinleitung

 

  1. oRolle der Erzieherin

 

  1. oSprache im Alltag

 

  1. oLiteracy gestaltete Umgebung

 

  1. oSprache in den Bildungsbereichen

 

  1. oSprachliche und kulturelle Vielfalt

 

  1. oThemenübergreifende Sprachkultur

 

  1. oBeobachtung und Dokumentation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einleitung

 

„Die Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg“.

 

Sprachförderung in allen Bereichen ist einer unserer wichtigsten pädagogischen Schwerpunkte. In diesem Sprachförderkonzept sind unsere Ziele und unsere tägliche Arbeit festgehalten und erläutert.

 

Die Fähigkeit zum Sprechen ist uns angeboren, d.h. welche Sprache wir erwerben hängt davon ab, welche Sprache in der Familie gesprochen wird.

 

Kindlicher Spracherwerb ist ein ganzheitlicher Entwicklungsprozess, der bei der Geburt beginnt und das ganze Leben andauert. Wir sind dabei auf sinnliche Reize, vertraute Personen und eine geborgenen Umgebung angewiesen.

 

Kommunikative Kompetenzen bedeuten mehr als verbale Sprache. Sie findet sich in allen Bereichen unseres Lebens wieder. Dazu gehört auch das Erlernen der Schriftsprache. Literacy bedeutet: Erfahrungen rund um Erzähl- und Schriftkultur. Kinder mit reichhaltigen Erfahrungen in diesem Bereich haben langfristige Entwicklungsvorteile, denn diese Fähigkeiten sind Voraussetzung für ein gutes schulisches Lernen.

 

Die Entwicklung von Zwei- und Mehrsprachigkeit gehört wesentlich zur sprachlichen Bildung. Wertschätzung der Familiensprache und „Deutsch lernen“ sind kein Widerspruch, sondern ergänzen sich.

 

Ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Inklusion. Wir legen besonderes Augenmerk auf die Individualität und Integration unserer Kinder, die durch eine Heilpädagogin im Tagesablauf unterstützt wird.

Eine wesentliche Grundlage dieses Sprachförderkonzeptes ist die Verbindung von Sprache in alle Bildungsbereiche des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes.

Christine Fischer                      

Tagesstätten-Leitung

                                                                             

 

Rolle der Erzieherin

 

Unsere pädagogischen Fachkräfte unterstützen im Tagesablauf alle Kinder in ihrer persönlichen Sprachentwicklung.

 

Die Erzieherin ist Vorbild und kennt Aspekte gelungener Kommunikation, sie schafft im Alltag vielfältige Sprachanlässe:

 

  • Wir sind für die Kinder gute Sprachvorbilder
  • Wir schätzen die Kinder wert und begegnen ihnen auf Augenhöhe
  • Wir nehmen uns Zeit und hören den Kindern aktiv zu
  • Wir reduzieren die Anforderungen aufgrund der allgemeinen Entwicklungsverzögerung unser Integrativkinder
  • Wir erfühlen die Bedürfnisse der Kinder, gehen darauf ein und wenn nötig vertreten wir es sprachlich
  • Die Heilpädagogin erklärt den anderen Kindern die Besonderheiten und bittet um Verständnis
  • Wir passen uns dem individuellen Sprachniveau an
  • Wir geben wertschätzende Hilfestellung und fördern das Interesse am sprachlichen Ausdruck
  • Wir schaffen viele Angebote und Erkennen die Vielfalt des Sprachausdrucks (nonverbal – Gestik/Mimik – Körperhaltung)
  • Wir begleiten unsere Aktivitäten und die der Kinder mit Sprache
  • Praktische Arbeiten kombinieren wir mit vielen Unterhaltungen
  • In alltäglichen Gesprächen und Unterhaltungen bieten wir einen reichhaltigen Wortschatz an
  • Wir beteiligen uns an „So-tun-als-ob“ Spielen und bieten uns als

   Gesprächs- und Spielpartner an

  • Nonverbale Signale und Ausdrucksformen werden von uns wahrgenommen, reflektiert und kommentiert
  • Wir fragen und Hinterfragen und geben Gelegenheit Antworten und Lösungen selbst zu finden
  • Wir stellen ehrliche Fragen, gehen auf die Gefühle der Kinder ein loben und belohnen

 

 

 

 

 

 

 

Sprache im Alltag

 

Wir gestalten in unserer Einrichtung unseren Tagesablauf so, dass Sprachförderung von Anfang an stattfindet.

 

Wir schaffen viele alltägliche Kommunikationssituationen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten, bei Feiern und Festen, bei gemeinsamen Nahrungszubereitungen, beim Aufräumen, Putzen oder auch Reparaturen im Haus.

 

Viel Sprache findet sich auch in kleinen Alltagshandlungen, wie Begrüßung, Verabschiedung, Planung von Aktivitäten, unterschiedlichen Gesprächskreisen.

 

Unsere „Großen“ übernehmen Patenschaften für die „Neuen“, helfen und erklären den Kindergartenalltag.

 

Wir bieten Angebote für große Gruppen, Kleingruppen und auch viele Aktivitäten mit einzelnen Kindern.

 

Das pädagogische Team begleitet in der Freispielzeit bei Rollenspielen, Tischspielen, Vorleseaktivitäten, bietet Abzählverse, Reime, Zungenbrecher.

 

In Diskussionsrunden lernen die Kinder Regeln und Absprachen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen, die eigene Meinung auszudrücken und Verhandlungsstrategien zu entwickeln. In unserer Kinderkonferenz reflektieren wir und bieten verschiedene Konfliktlösungsmöglichkeiten an.

 

Ganz wichtig sind uns gute Umgangsformen. Wir legen Wert auf Höflichkeit im Umgang mit anderen.

 

Unsere Heilpädagogin, die uns in unserer integrativen Arbeit unterstützt, legt besonderes Augenmerk auf alle Anforderungen, Alltagsabläufe und Situationen, die auf die Besonderheiten der Integration des einzelnen Kindes relevant sind. Sie wirkt im Tagesablauf in der Rolle des Begleiters und Vermittlers, des „Sicherheitsankers“ mit.

 

 

 

 

Literacy gestaltete Umgebung

 

Kinder im Vorschulalter sind neugierig und sehr interessiert an allen Schriftzeichen und Symbolen. Dies sind Vorläuferfähigkeiten fürs Lesen und Schreiben werden bei uns im Kindergartentag unterstützt.

 

Wo finden sich bei uns im Haus Zeichen und Symbole?

 

Im Eingangsbereich der Kita

  1. Gruppensymbole
  2. Garderobenplätze der Kinder

                             Bilder und Info-Material an den Gruppentüren

                            Zeichen in Waschräumen, Toiletten und im Turnraum

 

In den Gruppenräumen

  1. Aufteilung der Spielbereich mit Symbolen
  2. Verbildlichte Verhaltensregeln
  3. Anwesenheiten der Kinder auf Magnettafeln
  4. Regelung der „Aufräumdienste“
  5. Eigentumsschubladen
  6. Kennzeichnung der Spielregale
  7. Ordnung in der Bilderbuchecke
  8. Mal- und Basteltisch (Buchstaben, Bastel- und Faltbücher, Computertastatur, Schreibmaschine…
  9. „Benimm-Regeln“ am Brotzeittisch
  10. Material in den Lernwerkstätten
  11. Theaterspielutensilien

 

 

Sprache und Literacy in den Bildungsbereichen

 

Kunst – Ästhetik

 

Wir wecken Interesse an Büchern und Geschichten

Wir fördern Neugierde an fremden Sprachen (Bauchtanz, Indianersprache)

Wir bieten vielfältige Kunstprojekte mit großem Materialangebot, z. B: Sand, Steine, Knete, Werkzeuge für Holzarbeiten, Farben, Stifte….

Besuche von Theater und Ausstellungen

 

 

 

 

Naturwissenschaft

 

Experimente mit Farben, Wasser, Luft, Feuer, Erde, Magnete, rund um die Jahreszeiten und um Naturereignisse (Vulkane, Wind…). Vieles selbst entdecken können die Kinder in unserer Experimentierecke und lernen dabei zu beobachten, zu bestimmen, Zusammenhänge herstellen und Schlussfolgerungen zu ziehen.

 

Auch in den Gartenbeeten wird gesät, gepflanzt und beobachtet.

 

 

Mathematik

 

Wir bieten vielfältige Möglichkeiten Zahlen und Zeitbegriffe zu entdecken. Kalender, Uhr, Tage, Monate, Wochen sind für Kinder immer zu beobachten.

 

Im Freispiel gibt es Materialien und Spiele rund um Zahlen, zählen, mit geometrischen Formen, Nikitinmaterial fürs räumliche Denken.

 

Im gesamten Alltagsgeschehen spielt Mathematik eine große Rolle. Beim Tischdecken, beim Abzählen, Malen und Schneiden, Geburtstagskalender.

 

Musik

 

Wir singen, spielen, tanzen altes und neues Liedgut. Rhythmus erfahren die Kinder in vielfältigen Klatsch- und Singspielen. Im Umgang mit Medien benutzen wir verschiedene Musikangebote mit CDs.

 

Umwelt und Gesundheit

 

Wir erkunden in Spaziergängen und Exkursionen unsere nähere und weitere Umgebung. Wir kaufen zusammen mit den Kindern für geplante Aktionen ein. Häufig gehen wir in den nahegelegenen Wald. Wir besuchen kulturelle Veranstaltungen und Angebote. (Bücherei, Botanischer Garten, Kindertheater)

 

In Projekten erfahren wir z.B. wie Pflanzen wachsen, Tiere leben, dazu gehört auch aktiver Umweltschutz.

 

Wir achten auf ein ausgewogenes Speisenangebot und eine gesunde Brotzeit.

 

 

 

Sprache und kulturelle Vielfalt in unserer Kita

 

Die Wertschätzung und Einbeziehung der Muttersprache der Kinder sind in unserer Kita ein Grundprinzip. Wichtig sind uns die Familien und deren Einbeziehung in unsere Kindergartenprojekte (z.B. Lucia-Fest).

 

Wir zeigen Freunde und Interesse an fremden Kulturen und Traditionen. und feiern gemeinsame Feste mit internationalem Büfett.

 

Unsere fremdsprachigen Mitarbeiterinnen haben ein vielfältiges Angebot an Büchern, Geschichten und Liedern.

 

 

Themenübergreifende Sprachkultur

 

Partizipation

 

Die Kinder sind aktive Mitgestalter in unserer Einrichtung. In Kinderkonferenzen bestimmen die Kinder Projekte und Themen mit, wir unterhalten uns über Fragen und Wünsche und lernen so eine gute Sprachkultur.

 

Durch Kooperationen mit fachkundigen Stellen, z.B. Umweltamt, Bauernhofbesuch, Tim-Museum, erweitern wir unser Wissen und schaffen viele neue Fragen.

 

Philosophieren

 

Wir nehmen uns Zeit für die Kinder, hören zu, stellen Fragen und unterhalten uns über „Gott und die Welt“.

 

Lernende Gemeinschaft

 

Damit die Kinder lernen ein Teil einer ganzen Gruppe zu sein, sind uns Aktivitäten mit der gesamten Gruppe wichtig. Dazu gehören der Morgenkreis, viele Kreisspiele, Rollenspiele, Sport und Exkursionen.

Wir stellen gemeinsam Regeln auf, diskutieren darüber und achten auch auf deren Einhaltung. Dadurch bekommen die Kinder Achtung vor den Bedürfnissen und Gefühlen der anderen Kinder.

 

In Kleingruppen und in Vorschulkinderaktivitäten bekommen die Kinder ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

 

Beobachtung und Dokumentation

 

Um die sprachliche Entwicklung und die Lernerfolge der Kinder gezielt unterstützen zu können, ist eine regelmäßige Beobachtung und die Dokumentation ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

 

Mit der Bearbeitung der Beobachtungsbögen Perik, Sismik und Seldak können Lernwege festgehalten und neue Ziele erstellt werden.

 

Zusammen mit dem Kind gestalten wir „sein“ Portfolio. Inhalte dafür liefern Lern- und Kindergartengeschichten. In Bild und Schrift werden die Fähigkeiten und die individuelle Weiterentwicklung des Kindes dort dokumentiert.

 

Unsere Heilpädagogin verwendet zur Bestandsaufnahme den Sprachbaum oder die Sprachpyramide. Die regelmäßige, intensive Zusammenarbeit mit Eltern und Fachdiensten, z.B. Logopädie, ergänzen unsere Beobachtungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erarbeitet Mai 2012

                                                                           Ch.Fischer und H. Röck

                                                                           Kindergartenteam

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